In diesem Beitrag 3 min · SEO
Ein Website-Relaunch bringt fast immer eine kurze Sichtbarkeits-Delle bei Google. Manchmal sind das zwei Wochen, manchmal drei Monate. Wie tief die Delle wird und wie schnell die Werte zurückkommen, entscheidet sich an sieben Stellen — die meisten davon werden in Projekten vernachlässigt.
1. URL-Mapping vor dem Launch erstellen
Vor jedem Relaunch sollte ein vollständiges Mapping der alten URLs auf die neuen vorliegen — Zeile für Zeile, idealerweise als CSV. Tools wie Screaming Frog oder Sitebulb crawlen die alte Seite und liefern die Liste. Ohne dieses Mapping entstehen unweigerlich Lücken: alte URLs, die niemand mehr findet, weil sie auf die Startseite oder eine generische 404 weiterleiten.
2. 301-Weiterleitungen, nicht 302
301 ist „dauerhaft umgezogen“, 302 ist „vorübergehend umgezogen“. Suchmaschinen behandeln beide unterschiedlich: 301-Weiterleitungen übertragen die Ranking-Signale der alten URL auf die neue, 302 nicht. Ein häufiger Fehler bei Hosting-Migrationen: der Provider richtet pauschal 302 ein, was alle alten Ranking-Werte effektiv neutralisiert.
3. Interne Verlinkung sofort umstellen
301-Weiterleitungen sind ein Notfallnetz für Backlinks und Bookmarks. Auf der eigenen Seite sollten die Links direkt auf die neuen URLs zeigen — sonst entsteht eine Kette aus Weiterleitungen, die Google als Schwäche wertet und langsamer crawlt.
4. Meta-Daten gezielt übertragen
Bestehende Title-Tags und Meta-Descriptions, die gut ranken, sollten nicht „verbessert“ werden, nur weil sie alt sind. Wenn eine Seite seit fünf Jahren auf Platz 3 für ihren Suchbegriff steht, hat Google die aktuelle Formulierung positiv bewertet. Mutwillige Änderungen kosten oft mehrere Plätze.
5. XML-Sitemap am Launch-Tag einreichen
Am Tag des Live-Gangs sollte die neue Sitemap in der Search Console eingereicht werden. Google crawlt zwar auch ohne, aber mit aktiver Sitemap geht es deutlich schneller — manchmal 24 Stunden statt zwei Wochen. Parallel die alte Domain (falls eine Migration auf eine neue Domain stattgefunden hat) im Adressänderungs-Tool umziehen.
6. Robots.txt und Indexierungs-Flags prüfen
Der häufigste vermeidbare Relaunch-Fehler: Die Staging-Seite war mit noindex oder einem restriktiven robots.txt abgesichert, und beim Live-Gang vergisst jemand, beides umzustellen. Die neue Seite ist online, sieht großartig aus — und Google darf sie nicht in den Index aufnehmen. Sichtbarkeit fällt für Wochen auf null.
7. Performance ab Launch-Tag stabil halten
Die neue Seite wird in den ersten Wochen verstärkt gecrawlt. Wenn der Server unter dieser Last in die Knie geht, signalisiert das Google „instabil“ und führt zu Rückgängen. Vor dem Launch sollte das Hosting eine Lasttest-Phase absolviert haben; im Zweifel den Tarif vor Launch um eine Stufe erhöhen und nach vier Wochen wieder herunterstufen.
Was tun wenn die Delle trotzdem kommt?
Auch bei sauberer Migration sind kurze Sichtbarkeits-Schwankungen normal — Google muss die neue Struktur einsortieren. Drei bis sechs Wochen sind realistisch. Wenn die Werte nach acht Wochen nicht zurückkommen, lohnt ein gezielter Crawl mit Screaming Frog: Meist liegen Indexierungs-Fehler, kaputte Redirects oder fehlende Canonical-Tags vor.
Antworten in Kürze
Erste häufige Frage in einem Satz?
Kurze, konkrete Antwort. Ein oder zwei Sätze reichen — das ist auch SEO-technisch der ideale Umfang.
Zweite Frage, die Leser tatsächlich stellen?
Antwort ohne Fülltext. Wenn nötig: Link auf eine vertiefende Seite, aber nicht ablenken.
Dritte Frage zum Beitrag?
Wieder kurz und konkret antworten. Maximal drei Sätze.
