In diesem Beitrag 2 min · Native Apps
„Wir bräuchten mal eine App“ ist ein Satz, den wir regelmäßig in Erstgesprächen hören. In sieben von zehn Fällen ist die Antwort: brauchen Sie nicht. Eine mobil optimierte Website leistet das, was die meisten Unternehmen unter „App“ verstehen, zu einem Bruchteil der Kosten und ohne Update-Zwang. In den restlichen drei von zehn Fällen lohnt sich eine App tatsächlich — wenn drei Bedingungen erfüllt sind.
Was eine mobile Website heute kann
Eine moderne mobile Website lädt schnell, sieht auf jedem Smartphone gut aus, lässt sich auf den Home-Screen legen (PWA-Funktion), kann Standort, Kamera, Mikrofon nutzen, funktioniert offline für bereits geladene Inhalte und kann Push-Benachrichtigungen senden. Was nicht geht: tiefe Hardware-Integration (NFC für Zugangskarten, Bluetooth-Geräte, komplexe Hintergrund-Prozesse), Hochfrequenz-Push-Notifications (mehr als ein bis zwei pro Tag), und Auftauchen im App-Store (wo manche Zielgruppen suchen).
Wann eine App sich lohnt: Bedingung 1 — hochfrequente Nutzung
Wenn Ihre Zielgruppe Ihre Anwendung mehrmals pro Woche nutzt, lohnt sich der Aufwand für Installation und Pflege einer App. Hotel-Gäste-App für ein Tagungshotel mit überwiegend Stammgästen: ja. Hotel-Gäste-App für ein klassisches Stadthotel mit einmaligen Übernachtungen: nein. Vereins-App für eine Sport-Akademie mit täglichem Training: ja. Vereins-App für einen Schützenverein mit drei Veranstaltungen pro Jahr: nein.
Bedingung 2 — Hardware-Zugriff oder Offline-Notwendigkeit
Wenn Ihre Anwendung Bluetooth-Geräte ansprechen muss (Außendienst-Werkzeuge), NFC nutzt (digitale Zimmerschlüssel im Hotel), komplexe Offline-Funktionen braucht (Service-Techniker im Keller ohne Empfang) oder Hintergrund-Tracking ausführt (Fitness-Tracking), führt kein Weg an einer nativen App vorbei. Eine PWA kann das nicht.
Bedingung 3 — App-Store als Akquise-Kanal
Für bestimmte Zielgruppen ist der App-Store ein eigenständiger Marketing-Kanal. Wer eine App für „Babysitter finden“, „Sprachen lernen“ oder „Yoga-Übungen“ baut, wird vom App-Store-Algorithmus gefunden. Das geht mit einer Website nicht. Bei B2B-Anwendungen oder lokalen Dienstleistern spielt der App-Store als Akquise-Kanal allerdings selten eine Rolle.
Option A vs. Option B
- +Sehr flexibel, riesiges Ökosystem
- +Selbst pflegbar mit dem Block-Editor
- −Updates müssen regelmäßig laufen
- −Sicherheit hängt vom Hosting ab
- +Sehr starkes Shop-System ab mittlerer Größe
- +Klare B2B/B2C-Trennung
- −Aufwändiger einzurichten
- −Höhere laufende Kosten
Realistische Kosten
Eine pragmatische native App (eine Plattform, sechs bis acht Kern-Funktionen, ohne komplexes Backend) kostet 18.000 bis 35.000 Euro. Mit Backend und Admin-Bereich 30.000 bis 60.000 Euro. Für iOS und Android (via React Native oder Flutter) jeweils 15-30% mehr. Plus laufende Kosten: Apple-Developer-Account 100 Euro pro Jahr, Google-Play-Account einmalig 25 Dollar, Wartung 20-30% der initialen Bauzeit pro Jahr.
Antworten in Kürze
Erste häufige Frage in einem Satz?
Kurze, konkrete Antwort. Ein oder zwei Sätze reichen — das ist auch SEO-technisch der ideale Umfang.
Zweite Frage, die Leser tatsächlich stellen?
Antwort ohne Fülltext. Wenn nötig: Link auf eine vertiefende Seite, aber nicht ablenken.
Dritte Frage zum Beitrag?
Wieder kurz und konkret antworten. Maximal drei Sätze.
